Räuberhauptmann Putschandel In späteren Zeiten konnten auch die frommen Einsiedler nicht verhindern, daß sich in dieser Gegend immer wieder lichtscheues Gesindel sammelte. Der Sage nach war es ein Räuberhauptmann namens Putschandel, der der Schlucht seinen Namen gab. Seinen Beinamen hatte er von der schäbigsten böhmischen Münze, dem Butschan.
Im 15. Jahrhundert terrorisierten von hier aus Räuberbanden und entlassene Söldner - je nach Herkunft Böhmische oder Ungarische Brüder genannt - die ganze Umgebung. Mit Kindesentführungen erpreßten sie hohe Lösegelder. Schließlich konnten sie sogar die Burgen Baden, Weikersdorf und Rauheneck besetzen. Die Erleichterung war groß, als kaiserliche Truppen im Jahr 1466 den Anführer, einen gewissen Franz von Haag, festnehmen konnten. Der böse Räuber wurde auf dem nahen Hühnerberg gehenkt.
60jähriges Thronjubiläum
Von der Zivilisation wurde diese urige Gegend erst 1904 erreicht. Am oberen Ende der Schlucht errichteten die „Niederösterreichischen Landesfreunde" damals ihr Museum. Im Jahr 1908 wurde es Kaiser Franz Josef gewidmet - aus Anlaß seines 60jährigen Thronjubiläums. In den bald hundert Jahren seines Bestehens konnte das Museum reiche Sammlungen, vor allem aus den Bereichen Handwerk und Volkskunst zusammentragen.
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