200 Waggons Meeressand: Nach dem Ersten Weltkrieg unternahm die Stadt Baden energische Bemühungen, ihren Rang als Kurort von Weltrang zu behaupten. Das weitläufige Parkgelände bot die einzigartige Gelegenheit, ein riesiges Strandbad zu errichten.
Trotz der wirtschaftlich verheerenden Zeiten sparte man nicht. 1926 schuf Architekt Alois Bohn ein repräsentatives, klar gegliedertes Gebäude, das Elemente des späten Sezessionismus mit Tendenzen der Neuen Sachlichkeit verbindet. Die Glasgemälde der Eingangshalle wurden von der Firma Karl Geylings Erben ausgeführt. Nicht weniger als 200 Eisenbahnwaggons Meeressand von Adriastränden sollten herangeschafft werden, um das Strandgefühl vollkommen zu machen! Letztlich begnügte man sich dann mit 50 Waggons Sand aus Melk...
„Unfreiwillige Aktstudien?" Die Badeordnung war - für Baden und die damalige Zeit - eine Sensation: Frauen und Männer durften gemeinsam schwimmen. Die Frauen trugen kurzgeschnittene Badeanzüge, die Männer gingen zum Teil überhaupt „oben ohne"! Eine wütende Zeitungskontroverse war die Folge: „Können unsere Töchter überhaupt das Bad noch besuchen, wenn sie dabei gezwungen sind, unfreiwillige Aktstudien an Männern vorzunehmen?"
Modern und ursprünglich: Aber das Konzept ging voll auf, damals wie heute. An heißen Sommertagen ist das Strandbad Baden eine der beliebtesten Freizeiteinrichtungen der Region. Nach einem Umbau wurde das Bad 1995 wieder eröffnet. Trotz modernster Technik und zahlreichen neuen Attraktionen ist es gelungen, das ursprüngliche Aussehen des Strandbads zum größten Teil zu erhalten.
durch Baden

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