Klang ohne Grenzen: Beethovenhaus Baden stärkt Bewusstsein für Gehörlosigkeit

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Klang ohne Grenzen

Ulrike Scholda, Leiterin der Abteilung Museen und StR Michael Capek tauchen in die Welt der Gehörlosigkeit ein. ©psb/c.kollerics

Beethovenhaus Baden startet ab April ein neues Inklusionsprojekt

Das Beethovenhaus Baden widmet sich ab April 2025 einem besonderen Schwerpunkt, dem Thema Gehörlosigkeit. 

Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli unterstreicht: „Baden ist eine offene Stadt, in der Inklusion aktiv gelebt und laufend weiterentwickelt wird. Nun setzt Baden auch als Beethovenstadt ein deutliches Zeichen und lädt mit dem Schwerpunkt ,Klang ohne Grenzen' sowohl Gehörlose als auch Hörende dazu ein, in eine bislang unbekannte Erlebniswelt einzutauchen.“ 

Angeregt wurde dieses Projekt durch den Besuch des White Hands Chorus, einem inklusiven Chor mit hörenden und gehörlosen Musizierenden aus Japan, im Februar 2024. Der Besuch im Beethovenhaus Baden war für alle sehr emotional, vor allem die Erlebnisse im Hörlabor: einige Chormitglieder konnten durch das „Knochentelefon“ die Klänge der Neunten fühlen, wie sie sie noch nie erlebt hatten.

Die Angebote der Schwerpunktwoche wenden sich sowohl an Gehörlose als auch an Hörende. Dadurch soll einerseits Gehörlosen mehr Zugang zu Kultur und Bildung ermöglicht werden. Anderseits soll das Bewusstsein für Gehörlosigkeit gestärkt und der richtige Umgang mit tauben Mitmenschen gefördert werden. 


Neues Erleben mit Schwerpunktprogramm 

Neben speziellen Führungsterminen mit Gebärdensprachdolmetsch in Kooperation mit dem Verein WITAF steht ab sofort auch ein von Hearonymus entwickelter Videoguide in Gebärdensprache zum Gratis-Download zur Verfügung. Als weitere Sonderveranstaltungen finden ein Vortrag zu Beethovens Taubheit sowie ein Einführungskurs in die Gebärdensprache statt. Für Schulklassen werden Sonderführungen zum Thema angeboten. www.beethovenhaus-baden.at 

„Dieses Projekt trägt dazu bei, die gesellschaftliche Wahrnehmung von Gehörlosigkeit zu verändern und zu zeigen, dass Kunst und Kultur für alle zugänglich sein müssen,“ betont Helene Jarmer, Präsidentin des ÖGLB.

Eva Theresa Böhm, Geschäftsführung WITAF, freut sich über die neue Kooperation mit dem Beethovenhaus Baden: „Kunst und Kultur sind Teil unserer Identität. Umso wichtiger ist es, barrierefreien Zugang zu kulturellen Angeboten zu schaffen.“

„Ein spannendes Projekt, das ausgehend von der Ertaubung Beethovens besonders gut ins Beethovenhaus passt. Es öffnet die Türe in eine neue Welt, in der wir alle sehr viel lernen können!“ meint Ulrike Scholda, Leiterin des Beethovenhauses.

Die Schwerpunktwoche findet in enger Kooperation mit WITAF statt, dem ältesten Verein, der sich für eine inklusive Teilhabe tauber Menschen in allen Lebensbereichen einsetzt. Auf Initiative des WITAF bieten immer mehr Museen Führungen in Gebärdensprache an, um der Bildungsdiskriminierung gehörloser Menschen entgegen zu wirken. www.witaf.at

Das Inklusionsprojekt rund um das Thema Gehörlosigkeit im Beethovenhaus Baden wird gefördert durch das BMKOES, Sektion für Kunst und Kultur, sowie durch das Land NÖ. Eine zweite Schwerpunktwoche wird von 20. bis 28. September 2025 stattfinden, rund um den Internationalen Tag der Gehörlosigkeit am 23. September. 


Das detaillierte Programm der Schwerpunktwoche im Beethovenhaus Baden

Führungen mit Gebärdensprachedolmetschung in Kooperation mit WITAF
Samstag, 29. März 2025, 11 Uhr
Mittwoch, 9. April 2025, 14 Uhr
Eintritt: € 8, ermäßigt € 6 | Führung frei!
Anmeldung: office@witaf.at 


Was bedeutet taub sein? Kostenloser Infotermin für Pädagoginnen und Pädagogen
Mittwoch, 2. April 2025, 16 – 17 Uhr
 Vorstellung und Einblick in das Vermittlungsprogramm zum Thema Gehörlosigkeit für alle Schulstufen durch Ulrike Scholda und das Vermittlungsteam im Beethovenhaus Baden
Anmeldung: tickets@beethovenhaus-baden.at  (Teilnahme frei)


Der schwerhörige Beethoven, Vortrag von Iris Kapeller
Donnerstag, 3. April 2025, 19 Uhr
Rekonstruktion eines Hörverlusts: Die Auswirkungen von Ludwig van Beethovens Gehörleiden auf sein musikalisches Schaffen.
Infos zur Vortragenden: Die Liebe zur Musik prägt die steirische Musikwissenschaftlerin Iris Kapeller schon ihr ganzes Leben – und das, obwohl sie schwerhörig ist und beidseitig Hörgeräte trägt, seit sie fünf Jahre alt ist. In ihrer Masterarbeit über die Auswirkungen von Beethovens Gehörleiden auf sein Leben und Schaffen räumt sie mit einigen Mythen über den Komponisten auf und liefert neue Erkenntnisse, die Hörenden oft verborgen bleiben. Sie beschreibt Beethovens Hörempfinden, die vielfältigen Folgen seines Hörverlusts und den Eindruck Beethovens auf seine Zeitgenossen. Die Hörschädigung der Verfasserin ermöglicht es ihr nicht nur, Musik und Sprache auf unterschiedliche Weise wahrzunehmen, sie nutzt diese Fähigkeit auch, um Beethoven und seine Kompositionsweise im Zuge des Hörverlusts besser zu verstehen.
Eintritt: € 12, ermäßigt € 8
Tickets: tickets@beethovenhaus-baden.at


Einführung in die Gebärdensprache
Freitag, 4. April 2025, 16 – 18 Uhr
 Eva Brunnbauer und Gabriele Broniowski
 Eintritt und Kurs: € 10
Tickets: tickets@beethovenhaus-baden.at


Klang ohne Grenzen

Großes Medieninteresse bei der Pressekonferenz zum neuen Inklusions-Schwerpunkt im Beethovenhaus Baden.

Klang ohne GrenzenStR Michael Capek und Ulrike Scholda (Leiterin der Abt. Museen)


Klang ohne Grenzen Sabine Peck-Unger (Dolmetscherin für Gebärdensprache, WITAF) und Eva Böhm (Geschäftsführerin WITAF und Dolmetsch für Gebärdensprache) führen in die Gebärdensprache ein.

26.03.2025