Baden vernetzt die Welt für den Klimaschutz im Welterbe

Achtung: dieser Eintrag ist nicht mehr aktuell!

Klimaschutz im Welterbe

©psb/zVg

Global verbunden, lokal verankert: Baden bei Wien zeigt, wie Welterbeschutz in Zeiten des Klimawandels funktioniert. Beim dreitägigen Workshop „Klimawandel-Risikoanalyse“ trafen 20 Klima- und Kulturerbe-Experten aus Schottland, Australien, Belgien, Deutschland, Italien und Österreich vor Ort und online zusammen. Gemeinsam suchten sie Antworten auf eine zentrale Frage: Ist unser Welterbe klimagefährdet?

Baden übernimmt eine Vorreiterrolle: Als erste österreichische UNESCO-Welterbestätte und zugleich Klimamodellregion führt die Stadt gemeinsam mit der James Cook University (Australien) eine wissenschaftlich fundierte Analyse der Klimastressfaktoren durch. Ziel ist es, die Klimaanfälligkeit zu erfassen und daraus ein Modell zu entwickeln, das auch anderen Kulturerbestätten und Klimamodellregionen als praxisorientiertes Werkzeug dienen kann. Der Abschlussbericht zum Forschungsprojekt soll im Frühjahr 2026 erscheinen und eine Grundlage für künftige Stadtentwicklungsentscheidungen schaffen.

Ein Modell mit internationaler Strahlkraft: Über das Netzwerk der Great Spa Towns of Europe – dem elf traditionsreiche Kurstädte angehören – entfaltet die Risikoanalyse eine starke Multiplikatorwirkung. Die Erkenntnisse aus Baden fließen in internationale Strategien zum Schutz des Welterbes ein und leisten einen konkreten Beitrag zur Umsetzung der UNESCO-Klimaziele.

Klimaschutz als Kern des Welterbemanagements: Das Projekt orientiert sich am „Policy Document on Climate Action for World Heritage“ (UNESCO, 2023), das den Klimawandel als zentrale Bedrohung für den „außergewöhnlichen universellen Wert“ (Outstanding Universal Value) von Welterbestätten benennt. Es fordert alle Vertragsstaaten auf, Risikoabschätzung, Anpassung und Minderung systematisch in das Management ihrer Stätten zu integrieren. Baden setzt diese Vorgaben als erste Welterbestätte Österreichs aktiv um.

UNESCO-Chairholder Prof. Scott Heron, derzeit im Welterbezentrum Paris tätig, bringt es auf den Punkt: „We plan for the worst and hope for the best.“
(„Wir planen für den Ernstfall und hoffen auf das Beste – nur wer vorbereitet ist, kann Kulturerbe nachhaltig schützen.“)

KEM-Manager Gerfried Koch betont: „Klimaschutz ist kein Zusatz, sondern Grundvoraussetzung für die Zukunft unserer Städte – und damit auch für den Erhalt unseres Welterbes.“

Welterbe-Sitemanagerin Alexandra Harrer ergänzt: „Welterbeschutz bedeutet, das Gleichgewicht zwischen Bewahren und Verändern zu finden – und Verantwortung für kommende Generationen zu übernehmen.“

Starke Partner: Das Projekt wird vom Klima- und Energiefonds unterstützt und ist Teil des vom Bund geförderten Programms der Klima- und Energiemodellregion Baden, die bis 2040 klimaneutral werden will. Gemeinsam mit der Österreichischen UNESCO-Kommission, GeoSphere Austria und regionalen Partnern zeigt Baden, wie Klimaschutz und Welterbemanagement wirkungsvoll ineinandergreifen.

Projektleitung & wissenschaftliche Mitarbeit

Alexandra Harrer
Sitemanagerin des UNESCO-Welterbes in Baden, Leiterin der Abteilung Welterbemanagement Stadtgemeinde Baden

Gerfried Koch
Manager der Klimamodellregion Baden, Leiter der Abteilung Energie & Klima Stadtgemeinde Baden

Scott Heron
UNESCO Chair on Climate Change Vulnerability of Natural & Cultural Heritage, James Cook University, Australia

Jon Day
Science & Engineering College, Adjunct Principal Research Fellow, College of Science & Engineering, James Cook University, Australia

Chiara Ronchini

Generalsekretärin der transnationalen UNESCO-Welterbestätte Great Spa Towns of Europe


Nützliche Informationen

Climate Vulnerability Index (CVI)
Der Klimaanfälligkeitsindex, entwickelt von den Professoren Scott Heron und Jon Day (James Cook University), ermöglicht die frühzeitige Identifizierung von Klimarisiken für UNESCO-Welterbestätten. Er bewertet Auswirkungen auf den von der UNESCO definierten „außergewöhnlichen universellen Wert“ (Outstanding Universal Value) und ist zentral für die Umsetzung der UNESCO-Klimawandelrichtlinie (Nov 2023).
www.cvi-heritage.org/resources

Klima- und Energie-Modellregion Baden
Baden ist seit 2011 zertifizierte Klima- und Energiemodellregion (KEM) und wurde 2019 zum 2. Mal mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet. Ziel ist die Klimaneutralität bis 2040. Der Workshop ist Teil des KEM-Programms 2024–2027, das innovative Maßnahmen zu Energie- und Anpassungsstrategien fördert.
https://www.baden.at/Energie_Klima_Klimamodellregion_Baden

UNESCO-Welterbe Great Spa Towns of Europe
Seit dem 24. Juli 2021 gehört Baden bei Wien als einzige österreichische Vertreterin zum transnationalen seriellen Welterbe der Great Spa Towns of Europe – einer Welterbestätte, die elf herausragende Kurstädte in sieben europäischen Ländern vereint. Diese verkörpern auf besonders authentische Weise das europäische Kurphänomen. Der UNESCO-Titel ist die höchste internationale Anerkennung für Kulturerbe.
www.greatspatownsofeurope.eu


22.10.2025