Wasser, Welterbe & Wandel

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Eine Gruppe von Menschen, die für ein Foto vor einem Gebäude posiert

© 2026psb/zVg

Europas Great Spa-Kurstädte trafen einander in Vichy

Im historischen Parc des Sources in Vichy trafen einander die „Great Spa Towns of Europe“ zur 8. Generalversammlung des Kurstadt-Welterbes. Baden war durch Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli, Gemeinderat Herbert Dopplinger und Sitemanagerin Alexandra Harrer vertreten. Im Mittelpunkt standen der internationale Austausch zu Denkmalpflege, Klimaanpassung und Tourismus sowie ein neues Symbol für den nachhaltigen Umgang mit dem gemeinsamen europäischen Kulturerbe: „Les Onze Jaillissantes“ – die „Elf sprudelnden Quellen“: Die elf Wasserfontänen stehen symbolisch für die elf Städte, die seit 2021 gemeinsam UNESCO-Welterbe sind. Das Projekt zeigt, wie historische Kurorte ihre Tradition zeitgemäß weiterentwickeln können: Die Wasserflächen sorgen an heißen Tagen für Kühlung im Stadtraum und machen Wasser als Grundlage der europäischen Badekultur wieder sicht- und erlebbar. 

Der Parc des Sources bildet – ähnlich wie der Kurpark in Baden – das historische Herzstück der Stadt. Seit dem 19. Jahrhundert verbinden sich hier Wandelhallen, Kurbauten, Hotels und öffentliche Promenaden rund um jene Heilquellen, die Vichy international bekannt gemacht haben und bis heute von der Kosmetikindustrie genutzt werden. 

Vichy investiert derzeit massiv in die Weiterentwicklung seines historischen Kurviertels. Der Parc des Sources wurde 2025 nach umfassender Restaurierung wiedereröffnet und ist heute wieder zentraler Treffpunkt des öffentlichen Lebens. Insgesamt fließen rund 100 Millionen Euro in die Revitalisierung historischer Gebäude, öffentlicher Räume und touristischer Infrastruktur – die Restaurierung des Parc des Sources allein kostet 31 Millionen Euro, wobei rund 70 Prozent der Finanzierung durch Fördermittel insbesondere von Staat, Region, und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung getragen wurden. Auch touristisch zeigt die Auszeichnung Wirkung. Vichy-Bürgermeister Frédéric Aguilera verwies im Rahmen der Generalversammlung auf einen deutlichen Besucherzuwachs seit der UNESCO-Einschreibung. Das internationale Netzwerk der Great Spa Towns trage wesentlich dazu bei, die Sichtbarkeit historischer Kurstädte europaweit zu stärken.

Auch Baden bringt sich aktiv in die internationale Zusammenarbeit ein und setzte wichtige Impulse zum Thema Klimaanpassung in historischen Städten: Der erste internationale Workshop zum „Climate Vulnerability Index“ in österreichischen Welterbestätten sowie Klima- und Modellregionen fand im Oktober 2025 in Baden statt.

Die Generalversammlung in Vichy zeigte einmal mehr: UNESCO-Welterbe bedeutet nicht nur Denkmalschutz, sondern auch Lebensqualität, Begegnung und gemeinsame Verantwortung für die Zukunft historischer Städte.

Eine Gruppe von Menschen, die vor einem Wasserbrunnen stehenIm Bild: Site Managerin Alexandra Harrer, GR Herbert Dopplinger und Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli bei den Les Onze Jaillissantes.

Eine Gruppe von Menschen, die um die Tische saßen

Eine Gruppe von Menschen, die draußen stehen


08.05.2026